„Rollstuhlsport macht Schule“ in Hallstadt: Amira L. bekommt einen maßgeschneiderten Rollstuhl
Amira L. dreht eine Runde über das Hallenparkett, stoppt, wirft den Ball und grinst. Zum erste Mal sitzt die Schülerin in ihrem eigenen Sportrollstuhl. Möglich gemacht hat das der Förderkreis goolkids, der mit seinem Inklusionsprojekt „Rollstuhlsport macht Schule“ seit vier Jahren bayerische Schulen besucht. Ziel ist, Schulkinder spielerisch für die Hürden im Alltag von Rollstuhlfahrenden zu sensibilisieren.
Der Termin Mitte März an der Mittelschule Hallstadt war dennoch ein besonderer: Erstmals gelang es goolkids, gemeinsam mit Partnern einen individuell angepassten Sportrollstuhl für ein Kind zu organisieren. Nach intensiver Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte dieser nun an Amira L. übergeben werden. Ausgangspunkt war eine Lehrerschulung im Rahmen des Projekts. Dort machte Schulungsleiter Günther Vogel die Lehrerin Andrea Rohm dar auf aufmerksam, dass bedürftigen Kindern ein Sportrollstuhl zustehen kann. Diese Information ließ Frau Rohm nicht mehr los. „Als ich das Projekt selbst ausprobierte, wurde mir klar, wie hilfreich ein Sportrollstuhl im Sportunterricht wäre“, sagt sie. In Gedanken bereits bei ihrer Schülerin Amira wandte sie sich an ihre Kollegin, Sportlehrerin Franzi Bickel. Auch diese war sofort begeistert und nahm Kontakt zu Vogel auf, der die Anfrage direkt an goolkids weiterleitete. Kurz darauf startete das Projekt „Ein Sportrollstuhl für Amira“. Die Schule, goolkids mediteam Bamberg und die Krankenkasse Barmer arbeiteten fortan zusammen. „Bei einem solchen Genehmigungsverfahren muss vor allem geklärt werden, welchen Bedarf der Rollstuhl abdecken soll“, erklärt Anita Simon vom mediteam. Für Amira sollte der Stuhl möglichst vielseitig einsetzbar sein, damit verschiedene Sportarten möglich sind. Deshalb wurde auch der Hersteller Ottobock in di e Planung einbezogen. Die enge Zusammenarbeit zahlte sich aus: „Die Kooperation war entscheidend“, sagt Bickel. „Nur so konnte die Anschaffung derart unkompliziert gelingen.“ Am 12. März konnte Amira ihren neuen Sportrollstuhl erstmals ausprobieren und die Freude war groß. „Es hat sehr viel Spaß gemacht, weil der Stuhl extra dafür gemacht ist“, sagte sie nach einem Basketballspiel. Über ihre Mitschüler:innen, die beim Projekt selbst im Rollstuhl unterwegs waren, meinte sie schmunzelnd: „Die anderen dacht en, das ist gar nicht so schwer. Dann habe ich gesehen, wie langsam sie im Rollstuhl sind da musste ich grinsen.“